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Die Waldeisenbahnen von Brosniv und Rožnjativ sind zwei der drei noch von dem ehemals 15 Waldeisenbahnnetzen umfassenden Streckennetzes an der Nordflanke der Galizischen Karparten. Die dritte Strecke ist die weiter westlich gelegene Waldeisenbahn von Vygoda. Alle drei Waldeisenbahnnetze waren zumindestens zeitweilig durch Verbindungsstrecken miteinander verbunden. Sie erschlossen das Gebiet zwischen der Hauptbahnstrecke vom heutigen Stryj nach Ivano-Frankovsk und dem Karpartenkamm, der ehemaligen polnisch-tschechoslowakischen Grenze. Ursprünglich hatten die Strecken eine Spurweite von 800 mm (Vygoda - Beskid/ Jalový) bzw. 760mm (Brosniv - Osmoloda und Rožnjativ - Suchodól) Wir betrachten hier nur die beiden ehemaligen 760mm-Strecken.
Die Waldeisenbahn von Rožnjativ nach Sucholól wurde vermutlich im Jahr 1897 als Waldbahn des Fürsten Lubomirski eröffnet. Zumindestens wird zu diesem Zeitpunkt zum ersten Mal eine Waldeisenbahn, die in Rožnjativ-Krechovice ihren Ausgangspunkt hat, bei der Lieferung zweier O&K-Dampfloks erwähnt. Die Strecke führte zunächst von Rožnjativ-Krechovice ins 45 km entfernte Luhi, um sich dort in zwei Stichstrecken nach Suchodól und Lipowica zu verzweigen. Diese Strecken existieren hute allesamt nicht mehr. In den dreißiger Jahren entstand von Luhi ausgehend eine Strecke in Richtung Roztoka, die heute noch teilweise (16km) bedient wird. Ende der zwanziger Jahre gab die Waldeisenbahn ihr eigenes Sägewerk in Rožnjativ-Krechovice auf und nutzte nach Bau der Verbindungsstrecken zur Waldeisenbahn Brosniv dessen Sägewerk mit. Nach dem zweiten Weltkrieg spurte die staatliche Forstverwaltung die Schmalspurbahn auf 750mm Spurweite um. In den 60er Jahren bestand für ca. 10 Jahre die erwähnte Verbindungsstrecke zur Waldeisenbahn Vygoda zum Holztransport und Rollmaterialaustausch. Seit den siebziger Jahren existiert von der ehemaligen Waldeisenbahn Rožnjativ nur noch die Inselstrecke südlich von Luhi, die aber auch durch fortschreitende LKW-Bedienung einstellungsgefährdet ist.
Die Waldeisenbahn von Brosniv nach Osmoloda wurde 1910 im Auftrag der Grafen Josef und Dominik Potocki von Orenstein & Koppel in 760mm-Spurweite gebaut. Die 50 km lange Stammstrecke nach Osmoloda wies hierbei Steigungen bis zu 3,5% auf. In der Folgezeit wurden weitere Strecken ab Majdán gebaut, dies waren die heute nicht mehr existierenden Strecken nach Dzwiniaz und Kuzmienec (zusammen ca. 52 km) und ab Osmoloda, die teilweise noch existierenden Strecken in den Tälern von Lomniza, Petras und Moloda. Auf der Stammstrecke gab es zu dieser Zeit auch öffentlichen Personenverkehr, ein Zugpaar von Brosniv nach Osmoloda, was ein Fahrplan von 1938/39 belegt. Nach 1945 wurde auch diese Bahn auf 750mm umgespurt und weiter ausgebaut. Es entstanden hierbei die teilweise heute noch existierenden Stichstrecken in die Seitentäler südlich und südwestlich von Osmoloda mit teilweise abenteuerlichen Steigungen von bis zu 6,0%.
Als in den 60er Jahren die Verbindung zwischen Luhi und dem Netz von Vygoda bestand, existierte ein zusammenhängendes Waldbahnnetz von über 500 km Streckenlänge. In dieser Zeit fuhren auf der Strecke nach Osmoloda 12 Schlepptenderlokomotiven, 4 Babelsberger Lokomotiven vom Typ Gr und 8 Lokomotiven vom Typ PT-4.
Bis 1994 bestand auf dem Abschnitt von
Brosniv nach Rožnjativ planmäßiger Personenverkehr. Heute werden die
Personenwagen nur noch zum Transport der Waldarbeiter von Brosniv zu den
Holzeinschlagstellen und für gelegentlichen Tourismusverkehr mit der 1996
dorthin transportierten Dampflokomotive der Reihe 159 benutzt. Diese
Lok gehört dem Reiseveranstalter "Dzherelo" aus Kiev, der sie von der
Pioniereisenbahn Charkow gekauft und untersuchen lassen hat. Leider sind
bei der Untersuchung die "kindgerechten" Anbauten wie Kuhfänger und Seitenpuffer
nicht entfernt worden. Der Besitzer des Reiseunternehmens besitzt außer
dieser Lok und einem Breitspur-Schlafwagenzug noch weitere Schmalspur-
und Breitspurdampflokomotiven, die er im gesamten Land einsetzt.