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DIE WALDEISENBAHN VON CIERNY BALOG

Die Waldbahn am Cierny Hron ist eine von zwei Museums-Waldbahnen in der heutigen Slowakei. Sie ist allerdings nur ein kleines Reststück des ehemals sehr verzweigten  Streckennetzes. Im Jahr 1998 ordnete der Landwirtschaftsminister Ungarns eine Studie zum Bau einer Waldeisenbahn im Grantal an. Diese Studie lag 1901 vor, und es wurde sofort mit dem Bau einer 10,4 km langen Strecke nach Cierny Blh (dem heutigen Cierny Balog) begonnen. Weitere Stichstrecken entstanden etappenweise, so auch während des Ersten Weltkrieges unter Zuhilfenahme der Arbeitskraft von Kriegsgefangenen. Das Netz wuchs so auf über 131 km im Bereich des Flußgebietes vom Cierny Hron und dem angrenzenden Urwald Dobroc. Zu Spitzenzeiten wurden von den ca. 115 Angestellten der Waldbahn jährlich 330 000 m³ Holz und ca 90 000 Fahrgäste befördert. Eine wichtige Rolle spielte die Bahn während des zweiten Weltkrieges, als sie zur Versorgung der Partisanen im Gebiet des Cierny Hron herangezogen wurde. Nur durch ihre Hilfe war es den Partisanen möglich, deutsche Truppen aus dem Tal des Cierny Hron fernzuhalten. Das (vorläufige) Ende der Waldeisenbahn kam im Dezember 1982, als sie, wie alle anderen Waldeisenbahnen der Slowakei auch, auf Beschluß der Regierung den Betrieb einstellen mußte. Sämtliche Einrichtungen waren nach diesem Beschluß bis 1985 zu verschrotten. Es sollte anders kommen.

Auf Initiative des letzten Fahrdienstleiters und der Mitglieder der Ortsgruppe des sogenannten Lebensbaumes (Strom Zivota) gelang es, die Bahn gegen den Willen der Regierung in das Denkmalsverzeichnis eintragen zu lassen. Im Jahre 1983 begann unter Leitung dreier Architekten die Rekonstruktion der Waldeisenbahn-Stammstrecke nach Cierny Balog. Hierbei entstand die Tradition der freiwilligen Arbeitslager des Lebensbaumes, eine alljährlich entstehende Zeltstadt im Tal Vydrovo.

Am 1.5.1992 konnte der erste rekonstruierte Dampfzug auf einem Teilstück in Richtung Cierny Balog den Fahrbetrieb auf der Museums-Eisenbahn wieder eröffnen. Ein Jahr später war die Strecke Hronec - Cierny Balog wieder befahrbar und es stand eine zweite Dampflokomotive zur Verfügung. Die Verwaltung der Bahn lag bis 1989 in den Händen des Sozialistischen Jugendverbandes, nach der Revolution von 1989 ging sie an den Kinder- und Jugendfonds der Slowakischen Republik über. Seit 1995 wird die Bahn von den anliegenden Gemeinden und der Organisation Lebensbaum gemeinsam verwaltet. In Cierny Balog ist im Laufe der Zeit ein interessanter Museumsbahnhof mit vielen Ausstellungsstücken entstanden. Weitere Strecken sollen in Zukunft wieder in Betrieb genommen werden, teils auch mit regelmäßigem öffentlichen Personen- und Güterverkehr.