Die Köslin, Bublitz Belgarder Kleinbahn ist die einzige der heute noch
existierenden pommerschen Schmalspurbahnen, die nicht von der Firma Lenz
& Co gebaut und betrieben wurden.
Am 1.11.1898 wird die erste Strecke der Aktiengesellschaft Köslin - Natzlaff mit einer Spurweite von 750mm in Betrieb genommen. Die Bauausführung obliegt dem Bauunternehmer Tschierscke aus Neustettin. Zum gleichen Zeitpunkt wird auch die daran anschließende und ebenfalls in 750mm Spurweite gebaute Strecke Natzlaff - Jatzingen der Schlawer Kreisbahn fertiggestellt. Die Strecke Natzlaff - Pollnow wird sogleich von der Schlawer Kreisbahn an die Kleinbahn Köslin - Natzlaff verpachtet.
Am 1.11.1905 werden nach längeren Diskussionen um die genaue Streckenführung die Strecken Manow (heute: Manowo) - Bublitz (heute Bobolice) und Schwellin (heute Swielino) - Belgard heute: Bialogard) ebenfalls in Betrieb genommen. Die Kleinbahn heißt in der Folge: Vereinigte Kleinbahnen der Kreise Köslin, Bublitz und Belgard mit Sitz in Köslin (heute: Koszalin).
Am 17.9.1909 wird auch die Strecke Belgard Kleinbahnhof - Rarfin (heute: Rarwino) in Betrieb genommen. Das Netz hat jetzt mit 117,4 km (ohne die 6,6 km der gepachteten Strecke Natzlaff - Jatzingen) seine größte Ausdehnung.
Am 21.12.1934 entsteht für die Kleinbahnen das Problem der Insellage mit 750mm Spurweite, nachdem ein großer Teil der Schlawer Kleinbahn in Normalspur umgespurt wird. Zwischen Jatzingen und Pollnow wird eine dritte Schiene für die Schlawer Kleinbahn genagelt, um auch weiterhin die Bedienung von Pollnow durch Schmalspurzüge der Köslin, Bublitz Belgarder Eisenbahn zu ermöglichen.
Am 1.4.1937 wird auch auf dieser Bahn die Betriebsführung von der Landesbahndirektion Pommern der Provinzialverwaltung übernommen. Am 1.1.1940 geht die Bahn in den Pommerschen Landesbahnen als Köslin - Belgarder Bahn auf.
Nach Beendigung des Krieges und damit verbundener schwerer Beschädigungen an den Strecken wird die Bahn der PKP unterstellt. Die Gleisanlagen der Strecken Koszalin - Bobolice, Bialogard - Swielino und Bialogard - Rarwino (zusammen 97 km) werden noch 1945 von der UdSSR abgebaut, 1946 folgt auch die Strecke Manowo - Naclaw (ehemals: Natzlaff). Die Köslin, Bublitz Belgarder Eisenbahn hat aufgehört zu existieren.
Die PKP beschließt schon bald darauf einen Wiederaufbau der Strecke, allerdings in Meterspur, da diese für die Versorgung der Region dringend benötigt wird. Am 10.7.1948 nimmt die Strecke Bialogard - Bobolice ihren Betrieb wieder auf, gefolgt von der Strecke Koszalin - Rarwino am 2.1.1950. Auch die Strecke Bialogard - Rarwino wird wiederaufgebaut, diese aber bis Lepino an der ehemaligen Kolberger Kleinbahn verlängert. Es entsteht so wieder ein Streckennetz von über 107 km, diesmal aber in l000mm und mit Anschluß in Richtung Westen an das restliche pommersche Schmalspurnetz.
Koszalin beherbergt das dritte BW. des pommerschen Schmalspurnetzes. Hier sind mehrere Lxd2 und drei MBxd2 stationiert. Das BW. hat in Bialogard eine Außenstelle, in der aber keine Fahrzeuge stationiert sind.
Auf der Strecke von Koszalin nach Rosnowo (zwischen Manowo und Swielino) herrscht zumindestens im Sommer ein recht starker Badeverkehr zu den an der Strecke befindlichen Seen. Weiterhin gibt es noch regelmäßigen Verkehr von Zügen mit Flugbenzin zu einem Militärflughafen zwischen Rosnowo und Swielino bei Kursewanz. Diese Züge bestehen aus einer Lxd2 und ca. 6-10 Rollwagen auf denen fest normalspurige, radlose Kesselwagen befestigt sind. Diese Wagen werden auch, wenn sich Besuchergruppen anmelden, nachts heimlich auf den Flughafen gefahren, da diese Fahrzeuge ausschließlich militärischen Zwecken dienen.