Östlich an die Greifenberger Kleinbahn schließt in Dummadel (heute: Tapadly) die 1895 von der Fa. Lenz & Co gebaute Kolberger Kleinbahn an. Hauptzweck dieser Bahn sollte der Transport landwirtschaftlicher Güter des Kreises Kolberg-Körlin sein. Speziell nach 1951 erfüllte sie aber noch eine weitere wichtige Aufgabe; Sie stellte das Verbindungsglied zwischen drei weiteren Schmalspurbahnen in Pommern dar, der Greifenberger Kleinbahn, der Regenwalder Kleinbahn und seit diesem Zeitpunkt auch der auf l000mm umgespurten Köslin, Bublitz Belgarder Eisenbahn.
Genau 1 Jahr nach Gründung der Kolberger Kleinbahn-AG in Kolberg (heute: Kolobrzeg) geht am 1.6.1895 der erste Streckenabschnitt von Regenwalde (heute: Resko) nach Roman (heute: Ryman) in Betrieb, im gleichen Jahr auch noch die Strecken Roman - Kolberg und Groß Jestin (heute: Goscino) - Stolzenberg (heute: Slawoborze). Die Kleinbahn verfügt - mit Anschlußgleisen - über ein Streckennetz von 82,5 km. Der Sitz der Kolberger Kleinbahn AG ist in den ersten 25 Jahren ihres Bestehens in Groß Jestin, danach ab 1920 in Kolberg.
Am 9.12.1899 nimmt nach nur 6 Monaten Planung die Verbindungsstrecke zur Greifenberger Kleinbahn den Betrieb auf, allerdings müssen in den folgenden 2 Jahren bis 1901 die Güter in Dummadel noch per Hand von der meterspurigen Kolberger Kleinbahn in die Greifenberger Kleinbahn mit ihrer Spurweite von 750mm umgeladen werden. Erst 1901 ändert sich mit der Umspurung der Greifenberger Kleinbahn auf Meterspur dieser Zustand; die Strecke Dummadel - Mühlenbruch wird zu diesem Zeitpunkt an die Greifenberger Kleinbahn verpachtet.
Mit der Eröffnung der meterspurigen Regenwalder Kleinbahn am 18.11.1907 enden die Personenzüge der Kolberger Kleinbahn nicht mehr im Bahnhof Regenwalde-Süd sondern im neuen Gemeinschaftsbahnhof mit der Regenwalder Kleinbahn in Regenwalde-Nord. Der Güterverkehr der Kolberger Kleinbahn in Regenwalde-Süd endet 1912. Noch heute kann man den Verlauf dieser Strecke, die nach der Kreuzung mit der Regelspur in Regenwalde begann, als Damm erkennen.
Am 10.11.1909 geht die Strecke Groß Jestin - Groß Pobloth mit 8km Länge in Betrieb, bis Körlin verlängert wird diese aber erst 6 Jahre später am 9.10.1915 zusammen mit der Stichstrecke Lübchow - Lustebuhr.
Am 1.4.1910 gibt die Firma Lenz & Co die Betriebsleitung ihrer pommerschen Kleinbahnen an den neugegründeten Provinzialverband von Pommern ab. Die neu abgeschlossenen Betriebsverträge laufen über 10 Jahre. In diese Zeit fallen als einzige wichtige Ereignisse die beiden ober genannten Streckeneröffnungen.
Am 1.4.1920 schließt sich die Kolberger Kleinbahn nach Auflösung der Kleinbahnabteilung des Provinzialverbandes der neugegründeten Vereinigung hinterpommerscher Kleinbahnen als Betriebsführungsgesellschaft an.
In den Folgejahren wird durch Einrichtung von Kraftomnibuslinien und dem Kauf eines Lanz-Bulldogs mit 3 Zweiseitenkippern versucht, die Kleinbahn im zunehmenden Wettbewerb mit dem Straßenverkehr konkurrenzfähig zu erhalten.
Am 1.4.1937 geht die Betriebsführung der pommerschen Kleinbahnen nach Auflösung der drei Kleinbahnvereinigungen erneut auf den Provinzialverband von Pommern über, allerdings nur bis zum 1.1.1940, an dem die Pommerschen Landesbahnen, eine Gesellschaft des öffentlichen Rechts, den Betrieb übernehmen. 1943 tritt das Nummemsystem der PLB in Kraft, angeschrieben wird es allerdings an keinem Fahrzeug.
Am 3.3.1945 wird Regenwalde und am 18.3.1945 Kolberg nach 10 tägiger Belagerung eingenommen. Der Zugverkehr bricht zusammen.
Nach Beendigung des Krieges werden die Kleinbahnen der PKP unterstellt und der Zug betrieb wieder aufgenommen.
1951 wird zwischen Lepino (ehemals: Leppin) und Rarwino (ehemals: Rarfin), dem Endpunkt der ehemaligen Köslin, Bublitz Belgarder Kleinbahn, eine Schienenverbindung gebaut. Letztere Kleinbahn war 1945 abgebaut und ist nun in Meterspur wieder aufgebaut worden. In Lepino entsteht ein Gleisdreieck auf offener Strecke.
1961 bzw. 1964 werden die Strecken Kolobrzeg - Goscino und Goscino - Karlino mit dem Abzweig nach Lubiechowo stillgelegt und abgebaut,
übrig geblieben ist bis 1997 ein nun noch ca. 78 km langes Streckennetz,
welches aber primär nur noch für Überführungsfahrten
in die Wagenwerkstatt Resko (ehemals: Regenwalde) bzw. die Tfz.-Werkstatt Gryfice (ehemals: Greifenberg) genutzt
wurde.