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Die staatliche Waldeisenbahn Lillafüred (LÁEV) befindet sich im Bükk-Gebirge im Nordosten Ungarns, nicht weit von der Grenze zur Slowakei entfernt. Ihr Streckennetz teilt sich heute in zwei Stichstrecken auf, die von Miscolc über Lillafüred nach Garadna und die weniger befahrene Strecke von Miscolc nach Farkasgödör. Die erstgenannte Strecke ist als Zubringer zum Tourismusgebiet rund um Lillafüred und Gardana für die Bahn bedeutend; für den Verkehr auf dieser Strecke wurden 1929 von der Waldeisenbahn Lillafüred zwei vierachsige Triebwagen mit Beiwagen gekauft. Einer dieser Triebwagen befindet sich mit vier Beiwagen heute auf der ehemaligen Pioniereisenbahn in den Bergen Budapests. Dort wird er bei besonderen Anlässen eingesetzt. Diese Triebwagen hatten vom Werk aus einen Benzolantrieb, wurden aber 1940 auf Dieselantrieb umgebaut.
Eröffnet wurden die Strecken von Miscolc ins Bükk-Gebirge zwischen 1920 (Miscolc - Garadna) und 1947 (Taksalápa - Farkasgödör). Erste Streckenstillegungen fanden schon 1934 mit der Strecke von Ládi fatelep nach Vasárhelyi rakódo statt, weitere in den Jahren 1979 bis 1995. Heute besteht von dem ehemals 46 km langen Streckennetz immerhin noch ein Netz von 26 km. Auf diesem findet starker Ausflugsverkehr zwischen der Komitatshauptstadt Miscolc, Lillafüred und Garadna mit bis zu sieben Zugpaaren täglich und sporadischem Sonderzugverkehr zwischen Miscolc und Mahóca statt. Der Betrieb auf dem Stück zwischen Mahóca und Farkasgödör liegt nach Schienendiebstählen zur Zeit still, soll aber mit anderer Streckenführung wieder aufgenommen werden.
Landschaftlich zählen die beiden Strecken wohl zu den reizvollsten Waldeisenbahnstrecken Ungarns, führen sie doch mit teilweise starken Steigungen am Berghang entlang ins Gebirge. Der Bau mehrerer Viadukte und Tunnels war für die Erschließung ihrer Einzugsgebiete nötig. Interessant ist die Anlage des Bahnhofs von Lillafüred. Die Strecke von Miscolc windet sich am Berghang entlang in Richtung Lillafüred. Kurz vor dem Bahnhof durchquert sie einen Tunnel, an dessen Ausgang sich sofort ein Gleisdreieck mit engen Radien zum ehemaligen Sägewerk bei Lillafüred anschließt. Im Anschluß daran beginnt der teilweise mit einer Überdachung versehene Bahnsteig. Er bietet maximal ca. 6 Wagen Platz. Am Ende des Bahnsteiges wird die Hauptstraße in Richtung Hollóstetö überquert, um dann sofort in einen weiteren Tunnel zu führen. Selbst die Anlage eines zweiten Gleises war nicht möglich, da auf der bahnsteigabgewandten Gleisseite sofort das Gelände steil abfällt.
Für die Züge ins Bükk-Gebirge hielt das Depot in Diósgyör Dampflokomotiven vom Budapest-Typ 70 und eine Schlepptenderlokomotive vom Typ Kv-4 vor. Diese wurden ab den sechziger Jahren durch Diesellokomotiven vom Typ C50 und Rába M 040 ersetzt, so daß 1972 die letzte Dampflokomotive abgestellt werden konnte. Für schwerere Touristenzüge kamen nach 1961 die dieselhydraulischen Rába M 041 (teils von stillgelegten MÁV-Strecken) nach Diósgyör.