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DIE SAATZIGER KLEINBAHN


Die ersten Strecken der Saatziger Kleinbahn von Stargard (heute: Stargard Szczecinski) nach Nörenberg (heute: Insko) und vom Staatsbahnhof zum Kleinbahnhof in Stargard können am 14.1.1895 nach Problemen mit der Grundstücksbeschaffung in Betrieb gehen. Einige Landeigentümer müssen hierfür enteignet werden. Entgegen allen anderen Strecken der Saatziger Kleinbahn wird die 'Stadtstrecke' in Stargard normalspurig gebaut. Betrieben wird die 'Stadtstrecke' durch zwei B-Kuppler bzw. einen C-Kuppler der Saatziger Kleinbahn, die ihren Lokschuppen im Kleinbahnbahnhof haben. Im gleichen Jahr werden auch noch die Strecken Alt-Damerow (heute: Stara Dabrowa) - Kannenberg (heute: Kania) und Nörenberg - Grassee (12.5.) und Kannenberg - Daber (1.11.) von Lenz & Co gebaut und in Betrieb genommen. Verschiedene weitere Projekte werden allerdings verworfen, so z.B. eine Strecke von Dramburg (heute: Drawsko Pomorskie) nach Polzin und von Gersdorf nach Falkenberg im benachbarten Kreis Dramburg.

Am 26.7.1896 wird die ebenfalls meterspurige Strecke Labes (heute: Lobez) - Daber (heute: Dobra) der Regenwalder Kleinbahn in Betrieb genommen. Es entsteht in Daber ein Gemeinschaftsbahnhof für den Guter und Personenverkehr beider Bahnen. Am 20.8. des selben Jahres wird die Strecke Kashagen (heute: Kozy Pomorskie) - Jacobshagen (heute: Dobrzany)- Klein Spiegel Gut eröffnet. Der Bahnhof Kashagen zählte bis Ende 1996 sicher zu den interessantesten Bahnhöfen der Saatziger Kleinbahn, hatte er doch ein inmitten eines Gleisdreiecks gelegenes Bahnhofsgebäude.

Am 1.10.1897 wird mit der Strecke Grassee (heute: Studnica) - Janikow (heute: Jankowo) die letzte von Lenz & Co gebaute Strecke der Saatziger Kleinbahn eröffnet. In Janikow besteht nun Anschluß an die Staatsbahnstrecke Falkenburg - Ruhnow/Stargard der dritte Anschluß an die Normalspur neben Stargard KIbf. und Trampke.

Die Eröffnung der Naugarder Kleinbahn von Naugard nach Daber am 30.8.1902, bzw. die der zweiten Strecke der Naugarder Kreisbahn am 14.12.1903 von Gollnow nach Massow, hat bei der Saatziger Kleinbahn Überlegungen zu Folge, eine normalspurige Strecke von Stargard nach Massow an der Naugarder Kleinbahn zu bauen. Dieses Projekt hätte zwischen Stargard und Storkow (heute: Storkówko) einen dreischienigen Ausbau der Saatziger Kleinbahn zu Folge. Das Projekt scheitert allerdings.

In die Zeit der Betriebsführung der Saatziger Kleinbahn durch den Provinzialverband von Pommern zwischen den 1.4.1910 und dem 31.3.1920 fällt am 15.11.1910 mit der Eröffnung der Strecke Janikow - Dramburg die letzte Streckenerweiterung der Saatziger Kleinbahn. Weitere Projekte werden zwar durchdacht, kommen allerdings über das Planungsstadium nicht hinaus.

Am 10.5.1913 eröffnen die Naugarder Kleinbahnen ihre Streckenverlängerung von Daber-Süd nach Daber-Nord. Es entsteht somit ein Anschluß an die Regenwalder- und Saatziger Kleinbahn.

Vom 1.4.1920 bis zum 31.3.1937 hat auf der Saatziger Kleinbahn die Vereinigung mittelpommerscher Kleinbahnen die Betriebsführung, danach bis zum 31,12.1939 wieder der Provinzialverband von Pommern mit einer neu gegründeten Dienststelle, der Landesbahndirektion Pommern. Am 10.6.1940 werden rückwirkend zum 1.1. die Pommerschen Landesbahnen gegründet, die im Jahr 1943 ein neues, einheitliches Nummerungssystem für alle Fahrzeuge ihrer Bahnen zur Anwendung bringen. Die Entwicklung in Deutschland verhindert allerdings die Durchführung der Umzeichnungen der Fahrzeuge.

Ende Februar 1945 wird Stargard von sowjetischen Truppen besetzt ein geregelter Zugbetrieb war allerdings schon vorher nicht mehr möglich. Nach Beendigung des Krieges werden die Saatziger Kleinbahnen der PKP unterstellt und weiterbetrieben.

Am 15.2.1964 wird die Strecke Insko - Drawsko Pomorskie und 1969 die Strecke Dobrzany (ehemals: Jacobshagen) - Klein Spiegel Gut stillgelegt und in der Folge abgebaut.

In Stargard bestand eine Großwerkstatt für sechs der angeschlossenen Kleinbahnen. Das Gelände existiert noch heute, wird aber nicht mehr für Eisenbahnfahrzeuge genutzt.